Narzissenwiesen im Oleftal

Entlang der Olef und des Jansbachs unterwegs im Hohen Venn

Ganz zu Anfang April habe ich wieder einen Ausflug in die Eifel unternommen. Es ging an die deutsch-belgische Grenze, zu den Narzissenwiesen im Olef- und Jansbachtal bei Hellenthal-Hollerath. Dieses Gebiet in der nordwestlichen Eifel gehört zu einer Region, die Hohes Venn genannt wird.

Erst vor Kurzem hat hier die Blüte der wilden Narzisse begonnen, nur wenige Wochen im Jahr ist dieses Naturschauspiel hier zu bewundern. Gerne wollte ich das knappe Zeitfenster nutzen, um dieses botanische Ereignis mitzuerleben. Das Wetter war sonnig und frühlingshaft, es handelte sich zudem um einen Wochentag, an dem nur wenige Wanderer unterwegs waren.

Ausgangspunkt Parkplatz Hollerather Knie

Am Parkplatz „Hollerather Knie“ an der L265 bei Hollerath haben zwei Rundwanderwege ihren Start- und Zielpunkt. Sie sind mit dem Abbild einer Narzisse und zudem mit einer Farbe, rot oder gelb, gekennzeichnet. Beide Wege haben anfänglich eine gemeinsame Strecke und führen zunächst ins Oleftal hinein und dann Richtung Norden im Tal entlang.

Die gelbe Tour dreht dann nach Westen ab und führt – unter anderem durch Jansbachtal – zurück zum Parkplatz. Sie hat eine Länge von rund 7 Kilometern.

Die rote Tour wendet sich nach der Trennung von der gelben Tour tendenziell nach Osten und führt dann nach Süden zum Parkplatz zurück. Sie hat eine Länge von ungefähr 5 Kilometern.

Narzissenrundweg, „Tour gelb“

Bereits auf dem Versorgungsweg, über den man kurz hinter dem Parkplatz mit einem Holzschild zur „Narzissenwiese“ am Feld entlang geführt wird, erblickt man Besonderes. Allerdings ist es nicht erfreulich. Genau das aber gehört auch zu uns, zumindest ob unserer Geschichte: Panzersperren aus Betonpfählen zeugen am Wegesrand von Panzerschlachten zwischen Deutschen und Amerikanern im 2. Weltkrieg. Und wenig später wird man mittels der Wegschilder („Narzissen mit gelben und roten Balken“) links in den Wald hinein geführt, wo diese Schlachten erneut Thema werden: Ein Denkmal mit Blumenbeet erinnert an die deutsche Ardennen-Offensive, in der die 277. VGD (Volks-Grenadier-Division) und die 99th US ID (US Infantry Division) in verlustreichen Kämpfen genau hier aufeinander trafen.

Dem Waldweg talwärts folgend, erreicht man im Talgrund schließlich eine Wegkreuzung. Empfehlungen für den gelben und den roten Narzissenrundweg sind hier, aus dem Wald kommend, beide rechter Hand gekennzeichnet und führen zunächst an einem Staubecken ins Oleftal, Richtung Norden.

Der gelbe Rundweg schließt hier an dieser Stelle seinen Kreis und trifft aus westlicher Richtung wieder hier ein. Ich bin den gelben Rundweg gewandert, jedoch nicht nach Norden, sondern hier Richtung Westen. Zunächst geht es dort bergauf, um dann wieder bergab ins Jansbachtal zu führen.

Bachwiesen mit wilden Narzissen und Lungenkraut

Unterwegs habe ich nach einiger Zeit die ersten Narzissen rechterhand auf einer Bachwiese entdeckt. An einer Wegkreuzung im Tal findet man dann rechts den Weg ins Jansbachtal. Gewarnt wird man hier vor Scharfschiessen, das vom belgischen Militär durchgeführt wird. Man wird auf die Sperrzeiten hingewiesen, in denen dieses Gebiet nicht von Zivilisten betreten werden darf.

Kurz nachdem man diese Stelle passiert hat, entdeckt man auch schon die wilden Narzissen in großer Zahl am Bach und auf den Wiesen.

Auf den Fotos sind zudem einige blaue Blumen dokumentiert, die mit den Narzissen in Gesellschaft wachsen. Nach eigenen Recherchen handelt es sich dabei um Pflanzen aus der Gattung der Lungenkräuter. Wer hier mehr weiss, ist willkommen sein Wissen mitzuteilen. Auf den offiziellen Informationstafeln im Waldgebiet konnte ich zu dieser Pflanze nichts finden.

Zunderschwamm und Co.

Weiter auf dem Weg habe ich einen schwammartigen Pilz wiederentdeckt, anscheinend Zunderschwamm. Dieser wurde in Zeiten von Feuerstein und Pyrit zum Feuermachen genutzt. Ebenfalls im Foto dokumentiert habe ich eine Kombo zweier Mistkäfer, die meinen Weg kreuzte. Mir scheint, sie waren im Liebestaumel. Zudem begenet man einem Baum am Wegesrand, der geschwürartige Wucherungen aufweist. Nach eigenen Recherchen heisst so etwas Baumkrebs, hat jedoch mit einer Krebserkrankung im Sinne unkontrollierten Zellwachstums wenig zu tun: Es handelt sich um eine Pilzinfektion, die zu diesen Auswüchsen führt.

Ungefähr bei der Holztreppe über die Olef auf die andere Seite des Baches drehte ich um und wanderte entlang des Jansbachs zurück.

Der regelrechte Rundweg hat ungefähr eine Länge von 7 Kilometern. Man kann damit rechnen, unterwegs des Öfteren inne zu halten, um die Flora zu bestaunen. Ansonsten gemütlich wandernd, kann man für den gelben Narzissen-Rundweg eine Zeit von 2,5 bis 3 Stunden einrechnen. 

Nachtrag: Narzissenwiesen Reloaded

11.4.2014: Nachdem ich Anfang April (1.4.2014) bereits zu Besuch bei den Narzissen im Oleftal war, vornehmlich im zuführenden Jansbachtal aber Fotos aufgenommen habe, sind wir gestern nochmal zu den Wiesen aufgebrochen. Und die Zeit rast gerade: in den 10 Tagen seit meinem letzten Besuch dort ist schon alles deutlich grüner geworden. Es sind einige neue Fotos auf dieser zweiten Tour entstanden, die vielleicht noch etwas deutlicher als im ersten Teil der Fotoserie zeigen, in welch überwältigender Zahl die Narzissen hier wachsen. Übrigens wird am Parkplatz Hollerather Knie mit einem Hinweisschild aktuell darauf aufmerksam gemacht, dass vom Verein Naturpark Nordeifel zusätzliche Führungen zu den Narzissenwiesen eingerichtet worden sind. Eine Chance! Viel Freude beim Betrachten der neuen Fotos.

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