Gillenfelder Maare

Im Rahmen meiner Ausflüge zu den Maarseen der Eifel besuchte ich auch die Maare bei Gillenfeld, Pulvermaar und Holzmaar. Einmal vor Ort, habe ich mir auch das Hetsche Maar und das Dürre Maar angesehen, bei ihnen handelt es sich um Trockenmaare.

Pulvermaar

Das Pulvermaar ist nach neueren Studien etwa 20.000 bis 30.000 Jahre alt. Der fast kreisrunde See hat mit einem Durchmesser von etwa 700 Metern eine Wasserfläche von rund 38,48 Hektar (~ 54 Fußballfelder). Es ist damit der größte Maarsee in der Eifel. Außerdem ist er mit 72 Metern auch der tiefste. Dieses Maar gehört sogar zu den tiefsten natürlichen Seen Deutschlands, nur der Bodensee und die Voralpenseen sind hier noch tiefer.

Pulvermaar
Parkplatz
50.1343454 N
6.92608461 E

Ich erreichte das Pulvermaar in einem sehr ruhigen Augenblick, in einer Art Mittagspause. Wochentags, außerhalb der Schulferien, lediglich auf einer kurzen Stippvisite hier und – tatsächlich – um die Mittagszeit, lassen sich hier also auch ruhige Momente verleben.

So ruhig ist es aber nicht immer hier. Allein auf den Liegewiesen des Freibades, das gerade erst modernisiert wurde, finden am Wochenende und bei gutem Wetter 2.200 Besucher Platz. Die gesamte Umgebung macht den Eindruck eines zugewandten, aktiven, sozialen und freundlichen Ortes. Dies alles, während man sich dessen gewahr ist, landschaftlich und infrastrukturell auf einer Art abgeschiedener Insel sich zu befinden.

PP — Planet Pulvermaar.

Sonne und Wolken wechselten sich gerade ab und es war etwas diesig. Auf einem Boot, das auf dem See schwappte, ließ man sich gemütlich treiben. Vom Schwimmbad schallte vereinzelt frohes Kinderlachen herüber.

Im Naturfreibad am Pulvermaar kann man einerseits im Maarsee selbst schwimmen, hier befindet sich auch eine Schwimminsel mit Sprungturm im Wasser. Weiterhin gibt es dort ein befestigtes Schwimmbecken außerhalb des Natursees und großflächige Liegewiesen.

Nicht nur Schwimmbadgäste und Wanderer sind am Pulvermaar willkommen. Im Feriendorf Pulvermaar läßt sich mit der ganzen Familie ein abwechslungsreicher und aktiver Urlaub verbringen, mit Ausflugsmöglichkeiten in die gesamte Eifel.

Ein Rundweg, etwa 2½ km lang, führt durch einen Buchenwald um das Maar. Der kleine Campingplatz am Pulvermaar am Weg läßt auf gemütliche Sommerabende in freundlicher Runde schließen, die man hier verbringen kann.

Holzmaar

Weiter zum Holzmaar, fährt man durch Gillenfeld hindurch.

Holzmaar
Parkplatz an der K17 / K29
50.11892796 N
6.87567249 E

Vom Parkplatz am Holzmaar sind es nur ein paar Schritte bis zum See. Dazu überquert man die K17, folgt dem Weg auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Wald hinein, um alsbald auf einen Steg am Ufer zu treffen. Von hier aus kann man einen ersten Eindruck gewinnen, von diesem leisen, sensiblen, verzauberten Ort.

Das Holzmaar liegt auf halber Strecke zwischen Gillenfeld und Eckfeld. Es hat eine Wasserfläche von 6,8 Hektar (~ 9½ Fußballfelder) bei einem Durchmesser von 325 Metern und ist 21 Meter tief. In einem Naturschutzgebiet liegend, das seit 1975 besteht, ist es fast völlig von einem Buchenwald umgeben. Ein Quellbach des Sammetbaches durchfließt das Maar und speist es. Angler schätzen den Fischreichtum des Gewässers.

Das Holzmaar trägt seinen Namen aufgrund der früheren Funktion als Energielieferant; sein Wasser trieb mehr als 400 Jahre lang die Mühle eines nahegelegenen Holzwerkes an.

Heute ist es ein Naturparadies, verwunschen und leise, ein Ort zum Entspannen und zum Zuhören. Und hier ist auch Ort für Liebende. Für vertraute Augenblicke und gemeinsame, stärkende Perspektiven.

Dort drüben: ein Plätschern im Wasser, leise und fein. Haubentaucher schwimmen am Schilf. Auch Libellenarten wie die Braune Mosaikjungfer kann man hier entdecken. Das Klopfen eines Spechts hallt herüber, deutlich und klar.

Hetschemäärchen und Dürres Maar

Zu empfehlen ist auch eine kleine Wanderung zum Hetsche Maar und zum Dürre Maar. Beide sind Trockenmaare, ihre Seen sind seit langem verlandet.

Es bietet sich dafür der Määrchen-Naturwaldpfad an, der ausgeschildert ist und am Parkplatz startet. Gerade für Kinder ist dies eine tolle, märchenhafte Tour, auf der es viel zu entdecken gibt. Der Pfad ist als Rundwanderweg angelegt und umfasst auch das Holzmaar. Dann hat er insgesamt eine Länge von 4 Kilometern.

An der Stirnseite des Parkplatzes an der K17 geht es in den Wald hinein. Hölzerne Figuren, rätselhaft und symbolisch, lassen erahnen, dass gleich die Grenzen aus dem Alltäglichen überschritten sein werden. Spannung weht sacht heran und märchenhafte Athmosphäre kommt dem Raum hinzu.

Hinein nun, nur Mut, in diesen verwunschenen Märchenwald.

An mehreren Stationen unterwegs kann man an fest installierten Lesepulten in großen Märchenbüchern blättern und auf deutsch, englisch und niederländisch sagenhafte Geschichten daraus lesen. Mit einer Beschilderungsserie wird am Wegesrand auf Besonderheiten von Flora und Fauna hingewiesen. Immer wieder gibt es rätselhafte hölzerne Figuren am Weg zu entdecken, die teils etwas versteckt im Unterholz stehen.

Ein Highlight – auch für somanches ältere Semester – ist auf diesem Weg ein mehrteiliger Versuchsaufbau, dem man plötzlich mitten im Wald am Rand des Sammetbaches gegenübersteht. Dieser lädt dazu ein, als Aufgabe verstanden zu werden und mäandernde und gerade Flußverläufe hinsichtlich ihrer Fließgeschwindigkeit und Kapazität zu beobachten und zu vergleichen. Wasserspass kommt dabei nicht zu kurz.

Hetsche Maar
50.12443365 N
6.87031209 E

Der Weg führt nun weiter und zuerst am Hetsche Maar vorbei.

Das Hetschemäärchen, wie das Hetsche Maar (oder: Hitsche Maar) von den Einheimischen auch genannt wird, misst gerade einmal 60 Meter im Durchmesser und 5 Meter in der Tiefe. Aufgrund seines Bewuchses und der hügeligen Landschaft umher fügt es sich unauffällig in ein Gesamtbild. Ich hätte es beinahe übersehen, wenn mich nicht eine Schautafel an seinem Rand auf diese Besonderheit im Landschaftsbild aufmerksam gemacht hätte. Es ist das kleinste Eifelmaar.

Dürres Maar
50.12284469 N
6.87227547 E

Weiter geht es zum Dürre Maar. Leider konnte ich dort keine Fotos mehr aufnehmen, da der Kamera die Energie ausgegangen war.

Am Dürre Maar hat sich ein Moor ausgebildet, dessen Torfschicht bis zu 12 Meter dick ist. Das Moor steht unter Naturschutz und darf nicht betreten werden. Vom Rand aus hat man aber eine gute Sicht über das Biotop, das einen Durchmesser von etwa 290 Metern hat. Man kann sich über die Satellitenaufnahmen von Google einen guten Eindruck davon machen.

Schließlich geht es zum Parkplatz zurück.

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