Burg Eltz und Münstermaifeld

Eifeltour nach Münstermaifeld

Burg Eltz bei Wierschem, Stiftskirche, St. Martin und St. Severus, Alte Propstei, Heimatmuseum Münstermaifeld

Unsere Eifeltour an diesem Wochenende im März 2014 hat uns nach Münstermaifeld und zur Burg Eltz in die Osteifel geführt. Das Eifelstädtchen ist mit rund 3.700 Einwohnern eine der kleinsten Städte in Rheinland-Pfalz. Und dabei ist es ist eine Stadt mit langer Tradition: Bereits 1277 wurden Münstermaifeld die Stadtrechte verliehen.

Im Vergleich: Die derzeitige NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf bekam erst im Jahr 1288 die Stadtrechte verliehen. Mayen, das nahe Münstermaifeld im nördlichen Maifeld liegt, wurde erst im Jahr 1291 mit Stadtrechten ausgestattet. Im historischen Zentrum solcher Rechtebündel lag das Marktrecht oder die Marktfreiheit, was zur Absicherung von Geschäftsverkehr und prosperierendem Handel beitrug.

Anreise

Wir sind mit dem Auto aus Richtung Köln gekommen – bis Koblenz auf der B9 am Rhein entlang, und dann auf der B416 an der Mosel entlang bis Hatzenport. Dort haben wir einen kleinen Imbiß in einer Straußwirtschaft genommen (http://www.weinhaus-ibald.de/). Zwar war es noch zu früh im Jahr, um dort schon unter Weinlaub zu sitzen, das hier im Sommer für kühlenden Schatten sorgt. Aber wir haben im Hof gesessen und die Rast bei warmer Frühlingssonne durchaus genossen.

Unser kurzer Aufenthalt in einem der bedeutendsten Weingebiete der Welt hat uns zudem in unserem Plan erfrischt, bald wieder an die Mosel zu kommen, um hier gute Weine direkt bei ihren Machern zu erwerben. Immerhin und bei günstigen Bedingungen dauert die Anfahrt aus Köln nur etwa eine gute Stunde. Aber nur kurz haben wir vom Wein geträumt. Schon bald ging es weiter auf unserer Anreise – nach Münstermaifeld: Also weiter durch Hatzenport, noch ein, zwei Minuten entlang der lauschigen Mosel, und dann rechts den Bergweg hoch, die L113, Richtung Münstermaifeld. Schon nach kurzer Fahrt eröffnet sich nach dem räumlichen Erlebnis des Rhein- und Moseltals wieder die Weite eines Eifelkurses, es sind nun ungefähr noch 5 Kilometer bis nach Münstermaifeld.

Burg Eltz

Zuerst sind wir jedoch durch Münstermaifeld hindurch, zur Burg Eltz hin gefahren. Dazu geht es, kaum in Münstermaifeld, wieder hinaus in die Eifel, Richtung Wierschem, Keldung, auf die K37. Das Wegziel wird von dem entsprechenden Schild bereits mit „Burg Eltz“ angekündigt. Genau dort geht’s lang. Der Beschilderung folgend, erreicht man nach rund 5 Kilometern die Besucherparkplätze der Burg Eltz.

Wir sind außerhalb der Saison vor Ort gewesen, insofern fanden wir eine sehr entspannte Besucher-, Verkehrs- und Parkplatzsituation vor. Während der Saison, die 2014 am 30. März begonnen hat, sollte man sich insbesondere bei schönem Wetter auf große Mitbesucherzahlen einstellen. Dann aber kann man das Burggelände bis Anfang November täglich durchgehend betreten und die Burganlage besichtigen.

Die Burg Eltz wurde im 12. Jahrhundert angelegt und befindet sich seit über 850 Jahren in Familienbesitz. Sie wird mit hohem Anspruch gepflegt und gewartet. Ein kleines Baugerüst auf unseren Fotos lässt auf die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen schließen, die jetzt zum Saisonstart ihren Abschluss finden. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs war das Burggelände noch nicht für Besucher zugänglich. An dem frühlingshaften, sonnigen Nachmittag sind dennoch einige Außenansichten von der Burg entstanden, die die Innigkeit ihrer traumhaften Erscheinung, tiefen Substanz und selbstbewussten Gegenwärtigkeit dokumentieren.

Zur Burg Eltz kommt man, ausgehend von den Besucherparkplätzen, einerseits fußläufig und andererseits mit einem Pendelbus, der zwischen Parkplatzanlage und Burg verkehrt. Zu Fuß geht es vom Parkplatz zunächst einen Waldweg hinab, der an den Flanken des Elzbachtales entlang führt. Die Burg ist jedoch zunächst gar nicht zu sehen, und das dauert auch noch eine Zeit. Wir kommen kaum umhin, Spannung und Vorfreude zu entwickeln, während wir den Waldweg entlanggehen. Dann aber kommt sie plötzlich. Ganz einem dramaturgischen Ereignis gleich, eröffnet sich nach einer weiteren Wegkurve eine neue Perspektive, hinein ins Tal, die den Blick freimacht für dieses beeindruckende, märchenhafte Bauwerk. Ein erstklassiges Panorama. Der Fußweg vom Parkplatz zur Burg Eltz beträgt insgesamt ca. 1,3 Kilometer.

Bilder von Burg Eltz

Übrigens: In der dritten Serie der 500-DM-Scheine wurde die Burg Eltz auf den Banknoten gezeigt, wie es hier zu sehen ist.

Die Besichtigung der Burg Eltz ist vom 30. März bis einschließlich 2. November 2014 möglich, täglich durchgehend von 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr. Burgführungen finden unter fachkundiger Leitung statt. Sie beginnen alle 10 bis 15 Minuten und dauern 35 bis 40 Minuten. Erwachsene bezahlen 9,00 Euro, Schüler, Studenten und Behinderte 6,50 Euro. Gruppen erhalten Ermäßigung. Mehr zur Geschichte der Burg Eltz, über ihre Sehenswürdigkeiten sowie Hilfe zur Planung einer Reise oder Wanderung dorthin erfährt man auf der Website: http://burg-eltz.de/.

Stiftskirche in Münstermaifeld

Zurück in Münstermaifeld, haben wir uns die Stiftskirche, St. Martin und St. Severus, angesehen. Sie wurde zwischen 573 und 596 begründet und dem fränkischen Nationalheiligen Martin von Tours geweiht, der der erste Namensgeber dieser Kirche ist. Mit den Reliquien des heiligen Priesters Severus, die der Erzbischof Routbert von seiner Wallfahrt aus Rom mitbrachte, erhielt die Kirche später ihren zweiten Schutzpatron und Namensgeber. Sie wurde im 11. Jahrhundert neu errichtet, von damals ist heute noch die Westfassade mit ihren drei Türmen erhalten. Im Jahre 1225 wurde der Bau der dritten, heute noch bestehenden Kirche begonnen, der im Jahre 1400 gänzlich abgeschlossen wurde.

Schon früh erwuchs hier an diesem Ort ein Chorherrenstift der Augustiner, zu dessen bedeutendstem Dekan der Theologe und Mathematiker Nikolaus von Kues wurde, der spätere Kardinal Cusanus. Im Jahre 1440 vollendete dieser hier sein berühmtestes Werk „De docta ignorancia“, zu Deutsch etwa „Über die belehrte Unwissenheit“. Aufgrund der darin von ihm formulierten, aufklärerisch anmutenden Theorie zur Beschränktheit menschlichen Erkenntisvermögens gilt er gemeinhin als erster Humanist.

http://de.wikipedia.org/wiki/De_docta_ignorantia

Die Stiftskirche wird auch Maifeldmünster genannt, was ihre Bedeutung als kirchliche Stätte in der Vergangenheit unterstreicht. Ihre Westfassade ist schon aus weiter Entfernung aus dem Umland zu sehen. Sie gilt – neben der Burg Eltz – als Wahrzeichen des Maifeldes. Als Maifeld wird dasjenige Gebiet in der südöstlichen Eifel bezeichnet, das im Norden, südlich von Mayen, vom Fluß Nette begrenzt ist, im Osten an den Rhein bei Koblenz heranreicht, im Süden an die Mosel und im Westen an die Elz grenzt.

http://www.muenstermaifeld.de/

Bilder von der Stiftskirche St. Martin und St. Severus, Fotoserie

Heimatmuseum Münstermaifeld

Auf unserer Tour nach Münstermaifeld haben wir auch einige Außenaufnahmen von Teilen des hiesigen Heimatmuseums gemacht. Bei Gelegenheit werden wir uns das Museum nochmal genau anschauen, denn was wir davon erfahren haben, klingt sehr interessant. Bei unserem Besuch in Münstermaifeld in der Vorsaison konnten wir es nicht besichtigen, da es noch geschlossen war, einige unserer Fotos zeigen aber Außenansichten.

Im Zentrum des Heimatmuseums Münstermaifeld stehen Dinge, Alltagsgegenstände aus der jüngeren Vergangenheit, die der Sammler Wilhelm Kirchesch zusammengetragen hat. 20 Räume thematisieren bestimmte Lebens- und Berufsbereiche und sind mit insgesamt mehr als 20.000 Gegenständen aus der – zum Teil noch gar nicht so lang vergangenen – Vergangenheiten belebt. Mit den Arrangements entstehen authentische Eindrücke davon, wie Ladenlokale, Werkstätten und Dienstleistungsbetriebe noch vor weniger als 100 Jahren ausgesehen haben und eingerichtet waren. So findet man hier – originalgetreu eingerichtet – einen Kolonialwarenladen, Tabakladen, Frisörladen, Bäckerei, Metzgerei, Klassenzimmer, Sattlerei, Schusterwerkstatt, Damenhutladen, Schreibwarengeschäft, Malerwerkstatt, Drogerie mit Fotolabor und Dunkelkammer sowie weitere mehr. Das Museum vermittelt auf detailgenaue und liebevolle Weise die Wertschätzung von Vergangenem.

Die Ausstellung erstreckt sich auf mehrere Räume, die die Stadt Münstermaifeld dafür zur Verfügung gestellt hat. In der Alten Propstei, die gegenüber der Stiftskirche liegt, befindet sich ein Teil dieser musealen Räume, die auch schon von Außen eine Ahnung davon aufkommen lassen, was einen im Inneren erwartet: Kennen Sie noch die „Prince Denmark“-Werbung an den Fahrradständern, die hier draußen vor dem Eingang stehen? Oder sind Ihnen einige der Markenprodukte in den Fenstern noch bekannt?

Das Heimatmuseum Münstermaifeld hat vom 1.4. bis zum 31.10. von Mittwoch bis Sonntag zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr geöffnet. Montage und Dienstage sind Ruhetage, falls es sich nicht um Feiertage handelt. Erwachsene zahlen 5,00 Euro Eintritt. Kinder und Jugendliche und Menschen mit Behinderung zahlen 3,50 Euro. Für Kinder bis 6 Jahre ist der Eintritt frei. Gruppen ab 15 Personen erhalten vergünstigte Eintrittspreise.

Bilder vom Heimatmuseum Münstermaifeld, Alte Propstei

http://www.elzbachtal.de/heimatmuseum.html

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