Bruder Klaus Kapelle

Mitten auf einem Feld in Mechernich in der Voreifel befindet sich die Bruder Klaus Kapelle, ein privat initiierter römisch-katholischer Andachtsort und Gebetsraum für Gläubige. Aufgrund seiner weithin sichtbaren Geometrie ist das Bauwerk auch ein magisch anmutendes Ausflugsziel für Architekturfans und Eifelfreunde.

Bei der Anreise mit dem Auto kann man den Besucherparkplatz an der Iversheimer Straße in Mechernich-Wachendorf nutzen, dazu in Wachendorf dem Hinweis zum Parkplatz „Bruder Klaus Kapelle“ folgen. Von dort aus ist die Kapelle über einen ungefähr 1,3 km langen Feldweg in ca. 20 Minuten fußläufig zu erreichen. Hier findet man die genaue Anfahrtsbeschreibung zur Feldkapelle, es gibt dort auch ein PDF zum Download und Ausdrucken.

Die Feldkapelle ist dem Heiligen Nikolaus von Flüe gewidmet, der im 15. Jahrhundert in der Schweiz lebte. Entworfen und gebaut wurde sie von dem bekannten Stararchitekten Peter Zumthor.

Nikolaus von Flüe („Bruder Klaus“) war Bauer, Familienvater, Ratsherr und Richter im innerschweizerischen Obwalden, bevor er sich als Einsiedler in ein Bergtal zurück zog. Dort wurde er von Ratsuchenden, Gesandten der Kantone, Fürsten und Kirchenvertretern besucht und bewahrte dabei einstmals die zerstrittene Eidgenossenschaft vor einem Bürgerkrieg. Er wurde selig- und schließlich heiliggesprochen, heute ist er Nationalheiliger der Schweiz und Friedensheiliger für die Welt.

» Über Bruder Klaus bei katholisch.de

Als Schutzpatron hat Bruder Klaus für die Katholische Landvolkbewegung und die Katholische Landjugendbewegung ganz besondere Bedeutung. Für diese Vereinigungen war Hermann-Josef Scheidtweiler aus Mechernich viele Jahre in verantwortlicher Position ehrenamtlich tätig, unter anderem als Diözesanvorsitzender im Erzbistum Köln. Aus Dankbarkeit für ein erfülltes Leben wurde im Auftrag seiner Familie die Feldkapelle in der Zeit von 2005 bis 2007 nach Plänen von Peter Zumthor errichtet.

Mit Zumthor, dem Architekt, trat Familie Scheidtweiler als Bauherrin in Briefkontakt, als dieser gerade in Köln zugegen war, um „Kolumba“ (ein Museum in Köln) zu bauen. Scheidtweiler schrieb ihm, eine Kapelle auf einem Feld errichten zu wollen und bat Zumthor um eine Skizze zur Gestaltung. Das Vorhaben interessierte den Architekten, und so steuerte er nicht nur eine Skizze bei, sondern übernahm gänzlich die Regie und führte das gesamte Projekt vom Anfang bis zum Ende durch.

» SWR Filmbeitrag (5:00 Minuten) – Entstehung der Bruder Klaus Kapelle

Peter Zumthor ist ein bekannter und international ausgezeichneter Schweizer Architekt. Nach seiner Ausbildung zum Möbelschreiner studierte er Innenarchitektur und Design in Basel sowie Architektur und Industrial Design in New York. Zehn Jahre lang arbeitete er als Mitarbeiter der Denkmalpflege eines Schweizer Kantons, seit 1979 führt er ein eigenes Architekturbüro mit mehr als dreißig Mitarbeitern. In der Architektenszene gilt Zumthor als Einzelgänger, der besonderen Wert auf die Auswahl der verwendeten Materialien und auf die Formen legt, sodass kein von ihm entworfenes Bauwerk dem anderen gleicht.

In Köln erbaute er „Kolumba“, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln und neben dem Wallraf-Richartz-Museum das älteste Museum in Köln. Es wurde als Neubau an der Stelle der kriegszerstörten spätgotischen Kirche St. Kolumba in Köln entworfen und gebaut.

Das Baukunstwerk auf dem Feld in Mechernich-Wachendorf ist zwar ungleich kleiner, dennoch findet auch hier Zumthors typischer Stil Anwendung. Für die fünfeckige Feldkapelle wurde Stampfbeton mit einheimischen Materialien verarbeitet, Flusskiesel und roter und gelber Sand aus der Eifel. Für die Innenschalung wurden Fichtenstämme verwendet. Der Fußboden ist aus Blei und Zinn, eine Referenz des Architekten an den ehemligen Bleibergbau in Mechernich.

Die Sakralarchitektur ist mit ihrem Innenraum dem Einsiedel von Bruder Klaus nachempfunden. Besucher werden innen wie außen an dem Kunstwerk Feinheiten und Besonderheiten entdecken, dazu gehört die schwere metallene Eingangstür in ihrer Dreiecksform, ist aber bei Weitem nicht alles, was es zu entdecken gibt. Das Raumgefühl im Innern ist einmalig und kann am besten persönlich erfahren werden.

Die Feldkapelle wurde nach ihrer Einweihung in eine Stiftung eingebracht, um ihren Erhalt und ihre Pflege nachhaltig zu sichern. Diese kann durch eine Spende unterstützt werden. Eintrittsgeld wird nicht erhoben.

Die Kapelle ist täglich außer montags in der Sommerzeit von 10 bis 17 Uhr, in der Winterzeit von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet.

» feldkapelle.de – Webseite der Bruder Klaus Kapelle

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