Astropeiler Stockert

Der Astropeiler Stockert ist ein technisches Denkmal, das auf einer Berghöhe in der Nordeifel zwischen Blankenheim und Euskirchen steht und auch heute noch in Betrieb ist. Die Sternwarte misst seit 1957 mit ihrer hohlspiegelförmigen Antenne und den angeschlossenen technischen Anlagen unsichtbare kosmische Strahlung. Sie wurde von Radioastronomen des Max-Planck-Instituts und der Universität Bonn im Rahmen der Weltraumforschung bis in die 1990er Jahre genutzt. Zudem war die Anlage bis in die 1960er Jahre in militärischer Nutzung, um als Radargerät den Luftkorridor über Berlin zu überwachen. Nach zwischenzeitlichen Pausen ist heute der radioastronomische Messbetrieb wieder aufgenommen. Die Aus- und Weiterbildung von Schülern und Studenten sind wesentlicher Bestandteil dieser Aktivitäten.

1955 wurde der Bau der radioastronomischen Anlage begonnen, die damals zu den modernsten ihrer Zeit gehörte. Die junge Bundesrepublik konnte damit die Konkurrenz- und Leistungsfähigkeit ihrer Ingenieure unter Beweis stellen. Nahezu vorsintflutlich mutet dabei heute die 40 Jahre alte Technik des Astropeilers an. Von Außen und durch die Fensterscheiben des Eingangsbereiches betrachtet, läßt insbesondere ein antiquierter elektrischer Schaltschrank bei Technikromantikern verliebte Gefühle aufkommen. Viele Erfahrungen mit dem Astropeiler flossen in die Konstruktion des 100-m-Radioteleskops in Effelsberg ein.

Die Demonstration von Radioastronomie für das allgemeine Publikum ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten der heutigen Sternwarte. Der Astropeiler ist in der Regel Sonntags von 14 – 18 Uhr für Besucher gegen eine geringe Gebühr zugänglich. Die Mitarbeiter des Fördervereins bieten von Mai bis Oktober jeden Sonntag um 14:00 Uhr eine Führung durch die Anlage an. Man kann sich spontan zu einem solchen Besuch entschließen, es ist keine Anmeldung dafür erforderlich.

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